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15.01.2018

Schichtarbeit...

…ist per definitionem eine Form der Tätigkeit mit Arbeit zu wechselnden Zeiten oder konstant ungewöhnlicher Zeit.


Schichtarbeit kann somit für die Mitarbeiter/-innen durch Störung des biologischen Rhythmus eine besondere Belastung darstellen. Negative Beanspruchungen können zu Befindlichkeitsstörungen, Fehlleistungen und erhöhten Unfallzahlen führen.

Schichtarbeit ist jedoch im Bereich der direkten Patientenversorgung unverzichtbar. Umso mehr sollte deshalb der Fokus auf eine Arbeitszeitgestaltung gemäß den arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen gelegt werden.

Bei der Aufstellung des Schichtplanes sind folgende Gestaltungsmöglichkeiten empfohlen:

  • eine schnelle Vorwärtsrotation (FrühSpät-Nacht)
  • eine möglichst geringe Anzahl von Nachtschichten (max. 23 Nächte aufeinanderfolgend)
  • keine Anhäufung von Einsatzzeiten (max. 5 Arbeitstage in Folge)
  • ein Ausgleich der Nachtarbeit durch Freizeit
  • Beachtung ausreichender Ruhezeiten zwischen den Schichten zur effektiven Erholung
  • nach einer Nachtschicht Planung einer möglichst langen Ruhephase von mindestens 24 Stunden
  • dienstfrei an mindestens einem Abend in der Woche
  • geblockte Wochenendfreizeiten (besser als einzelne freie Tage am Wochenende)
  • ein später Frühdienstbeginn
  • ein frühes Ende des Nachtdienstes
  • überschaubare und vorhersagbare Dienstpläne
  • die Beachtung der individuellen Vorlieben

Eine erfolgreiche Dienstplangestaltung erfordert die Mitwirkung der Betroffenen.

 

Auch die eigene Fürsorge bietet individuelle Gestaltungsmöglichkeiten. Hier einige Impulse:

●  Optimierung von Schlafgewohnheiten

- regelmäßige Schlafzeiten festlegen

- Alkoholkonsum und „Wachmacher“ vor dem Schlafengehen meiden

- nur einen kleinen Snack vor dem Schlafengehen einnehmen

- eine möglichst kurze Schlafpause nach der Nachtschicht einlegen

- auf ein kühles, lärmfreies und lichtgeschütztes Schlafzimmer achten

- für aktive Entspannung (Bad, Lesen, Musik) sorgen

- den Sozialkreis und die Familie einbeziehen

●  Ernährungstipps

- Hauptmahlzeiten möglichst zu festen Zeiten und mit der Familie einnehmen

- Hauptmahlzeiten: nach dem Tagschlaf

- Hauptmahlzeit: nicht zu spät (zwischen 19:00 – 20:30 Uhr)

- während der Nachtschicht (mehrere) kleine , leichte Mahlzeiten einnehmen

●  körperliche Fitness

- Bewegung und Sport in Alltag und Freizeit einbauen

- größere Anstrengungen vor dem Schlafengehen vermeiden

●  Weiterbildung

- Teilnahme an betrieblichen (und außerbetrieblichen) Weiterbildungen ermöglichen

●  Vereinbarkeit von Sozialleben, Familie und Schichtarbeit

- Zeiten für Hobbies einplanen

- frei verfügbare Zeiten einplanen

- Familienkalender führen

- langfristige Planungen mit der Familie berücksichtigen

- Zeit mit Familie und Freunden optimal nutzen – Qualität gilt vor Quantität

 

Literatur:

- DGUV-Report 1/2012 „Schichtarbeit“

- BAUA: Handlungshilfen „Nacht- und Schichtarbeit“

- DGAUM- Arb.med. Leitlinie „Nacht- und Schichtarbeit“