Sehhilfen am Bildschirmarbeitsplatz

Notwendige Sehhilfen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen müssen unter bestimmten Voraussetzungen vom Arbeitgeber finanziert werden. Um Missverständnissen vorzubeugen, sollen diese Voraussetzungen kurz erläutert werden:

Welche gesetzliche Grundlage verpflichtet den Arbeitgeber zur Zahlung einer Bildschirmarbeitsplatzbrille?

In der Bildschirmarbeitsplatzverordnung (BildscharbV) heißt es im § 6 Abs. 2: "Den Beschäftigten sind im erforderlichen Umfang spezielle Sehhilfen für ihre Arbeit an Bildschirmgeräten zur Verfügung zu stellen, wenn die Ergebnisse einer Untersuchung nach Abs. 1 (Anm.: Sehtest beim Betriebsarzt) ergeben, dass spezielle Sehhilfen notwendig und normale Sehhilfen nicht geeignet sind."

Welche Bedeutung hat die Untersuchung nach § 6 Abs. 1 BildscharbV?

Mit "Untersuchung nach § 6 Abs. 1 BildscharbV" sind die Untersuchung und der Sehtest beim Betriebsarzt gemeint, die für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an Bildschirmarbeitsplätzen vorgesehen sind. Diese Untersuchung ist Voraussetzung für die Bereitstellung einer speziellen Sehhilfe. Das heißt: Aus dieser Untersuchung kann sich die Notwendigkeit einer Bildschirmarbeitsplatzbrille ergeben. Nicht immer kann dies beim ersten Sehtest entschieden werden. Häufig wird bei Sehschwäche eine augenärztliche Untersuchung empfohlen und der Sehtest danach (womöglich mit neu verordneter Brille) wiederholt.

Was versteht man unter einer speziellen Sehhilfe am Bildschirmarbeitsplatz?

Eine spezielle Sehhilfe am Bildschirmarbeitsplatz ist eine Brille, die benötigt wird, weil die von der Mitarbeiterin/dem Mitarbeiter im täglichen Leben benutzte Brille für die Bildschirmarbeit nicht geeignet ist. Das bedeutet: Bei einer im Sehtest festgestellten Sehschwäche wird die Mitarbeiterin/der Mitarbeiter zunächst mit Hilfe des Augenarztes mit einer optimalen Sehhilfe zur Korrektur des Sehfehlers versorgt. Sollte sich diese Sehhilfe als unzureichend für die Bildschirmarbeit erweisen, kann nach Rücksprache mit dem Betriebsärztlichen Dienst eine spezielle Bildschirmarbeitsplatzbrille befürwortet werden.

Wie sollte eine spezielle Sehhilfe am Bildschirmarbeitsplatz beschaffen sein?

Die Fassung der Brille sollte den funktionellen Anforderungen gerecht werden. Einfachentspiegelte Gläser werden empfohlen, getönte Gläser sind ungeeignet für die Bildschirmarbeit. In der Regel wird es sich bei der Bildschirmarbeitsplatzbrille um eine Einstärkenglasbrille oder eine Bifokalbrille handeln; die Verordnung einer Trifokal- oder Gleitsichtbrille als Bildschirmarbeitsplatzbrille wird nur in seltenen Ausnahmefällen angezeigt sein (vorher Rücksprache mit dem Betriebsärztlichen Dienst!).